Aktuelle Presseberichte

Pressebericht vom 28. Juli 2015 (Quelle: www.derwesten.de)

Jagd auf Parksünder per Handy

Von Jens Stubbe

Hagen. Politessen erfassen in Hagen jetzt Falschparker mit dem Smartphone. Über eine speziell App landen die Daten der Parksünder direkt bei der Bußgeldstelle.

Falsch geparkt: Thomas Lichtenberg, Leiter des Bereichs Verkehr beim Ordnungsamt, und Politesse Tanja Perez-Heide, haben auch diesen Falschparker vor dem Ordnungsamt mit dem Smartphone erfasst.
Foto © Jens Stubbe

 
Hagen. Politessen erfassen in Hagen jetzt Falschparker mit dem Smartphone. Über eine speziell App landen die Daten der Parksünder direkt bei der Bußgeldstelle.

Es mag dem rachsüchtigen Parkrüpel in den Fingern jucken – eine Politesse, die während ihrer Dienstzeit unerlässlich auf ihrem Smartphone herumtippt. Unverschämt. Davon sollte die Behördenleitung Kenntnis haben. Wenn allerdings Tanja Perez-Heide ihr Samsung Galaxy S5 aus der Jackentasche fingert, dann hat das nur dienstliche Gründe. Seite Anfang Juni erfassen die Damen vom Ordnungsamt der Stadt Hagen Parksünder per Handy.

Tatort Böhmerstraße: Der Autofahrer aus Düsseldorf hat sein Gefährt direkt auf dem Behindertenparkplatz unmittelbar vor dem Ordnungsamt abgestellt. Wer hier nicht erwischt wird . . . Kaum, dass Tanja Perez-Heide das Gebäude verlassen hat, schreitet sie zur Tat. Mit einem speziellen Stift startet sie die App auf dem Mobiltelefon. Sie gibt Kennzeichen, Automarke, Farbe,Ventilstand, Ort des Geschehens, Art des Vergehens und noch Bemerkungen ein. Dann fotografiert sie mit dem Handy Fahrzeug und Schilder. Und in dem Moment, in dem die Politesse auf „Speichern“ drückt, werden die Daten übertragen.

Komische Bürgerfreundlichkeit
„Das mag sich komisch anhören, aber das neue System ist bürgerfreundlicher. Wir arbeiten beispielsweise daran, dass Autofahrer, die nur vergessen haben, ihren Anwohnerparkausweises hinter die Windschutzscheibe zu legen, direkt angezeigt werden“, sagt Thomas Lichtenberg, Bereichsleiter Verkehr und Bußgeld beim Ordnungsamt der Stadt Hagen.

Weitere Vorteil: Fälle werden schneller im Bußgeldsystem erfasst. „Wenn sich Betroffene bei den Sachbearbeitern der Bußgeldstelle melden und wissen wollen, was sie falsch gemacht haben, können die Kollegen sich den Fall wenige Sekunden, nachdem ihn die Politesse erfasst hat, mit Fotos auf den Bildschirm holen und Rede und Antwort stehen“, so Lichtenberg. „Früher mussten wir die Bürger immer auf den nächsten Tag vertrösten.“

In diesem Früher wurden die Daten eines Tages erst am Abend in mit einem aufwendigen Verfahren übertragen. Die Mitarbeiterinnen waren noch mit großen, schweren Geräten auf Streife. Dazu hatten sie für alle Fälle ein Diensthandy dabei. Und eine Kamera sowie für die Abendstunden eine Taschenlampe. „All das ist heute in einem normalen Smartphone vereint“, sagt Tanja Perez-Heide. „Das macht es auch für uns einfacher.“

Politesse Tanja Perez-Heide mit ihrem neuen Arbeitsgerät: Datenerfassung funktioniert jetzt per Handy.
Notruf noch in Arbeit
Die Anwendung ist entwickelt worden von jenem Unternehmen, das der Stadt schon seit Jahren das Programm zu Verfügung stellt, mit der Bußgelder erfasst und bearbeitet werden. „Die Lösung, die wir gewählt haben, ist wesentlich kostengünstiger als die Erneuerung der alten Geräte“, sagt Thomas Lichtenberg, „hinzu kommt, dass auch die Diensthandys der Politessen rund zehn Jahre alt waren. Wir hätten die Geräte ohnehin austauschen müssen.“

In Planung ist noch ein spezieller Notruf, mit dem die Politessen per Knopfdruck direkt Hilfe über die Leitstelle der Polizei anfordern können. Bei tätlichen Übergriffen, die immer wieder vorkommen, leider erforderlich und sinnvoll.


© by Schelhorn OWiG Software GmbH 2017 - Impressum