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Pressebericht vom 20. Februar 2015 (Hellweger Anzeiger Unna)

Das Knöllchen schnell mit dem Smartphone bezahlen

Von Kevin Kohues

Wer in Unna ein Knöllchen hinter der Windschutzscheibe seines Autos vorfindet, findet darauf ab sofort auch eine QR-Code. Er ermöglicht das Bezahlen des Verwarngeldes mit dem Smartphone oder Tablet-Computer. Eingescannt mit einer Banking-App überträgt der code Angaben zum Zahlungsempfänger automatisch in das mobile Zahlungsformular.

 
Unna. Die Stadt ermöglicht Falschparkern ab sofort die Bezahlung von Knöllchen per Smartphone. Das soll dem Ordnungsamt ebenso Arbeit sparen wie den Parksündern selbst.

Das Ausfüllen von Überweisungsträgern - sei es auf Papier oder per Online-Banking am heimischen stationären Computer - ist in Zeiten von SEPA nicht leichter geworden. Vor allem mit der 22-stelligen internationalen einheitlichen Bankkontonummer IBAN fremdeln viel Bankkunden. Wenn es bei der Eingabe zu Fehlern kommt, bedeutet das auch für den Empfänger mehr Aufwand - weil er länger auf das Geld warten und womöglich Mahnungen schreiben muss. Beim Eintreiben der Knöllchen fürs Falschparken wirbt die Stadt nun ganz offensiv für einen neuen Service: die Bezahlung per Smartphone oder Tablet-Computer.

QR-Code überträgt Daten in das Zahlungsformular Möglich macht dies der sogenannte GiroCode, ein spezieller QR-Code, der neuerdings auf den Strafzetteln aufgedruckt ist. Mit allen gängigen Mobile-Banking-Apps könne der Code eingescannt werden, teilt die Stadt mit. Der QR-Code funktioniert wie ein moderner Überweisungsträger, er trägt sämtliche Daten wie den Verwendungszweck und das Kassenzeichen automatisch in das mobile Zahlungsformular ein. Nach der Freigabe durch eine Transaktionsnummer (TAN) erfolgt die Überweisung. Fehlüberweisungen aufgrund von Zahlendrehern sollen damit der Vergangenheit angehören, die Zahlungseingänge zudem schneller erfolgen.

Klingt gut - aber ist es auch sicher? Ja, sagt Ralf Becker, Fachberater für elektronisches Banking bei der Sparkasse Unna-Kamen. Jede App sei eine eigene Software, und Banking-Apps seien mit einem zusätzlichen Passwort geschützt.

Banking-Apps sicherer als Browser Die Trojaner, mit denen Betrüger über das Internet Kontodaten ausspionieren, seien hingegen auf die gängigen Browser wie den Internet Explorer, Firefox oder Chrome programmiert. Apps brächten Nutzern im Vergleich höhere Sicherheit, erklärt Becker. Die Stadt bedient sich mit den QR-Codes auf Knöllchen einer neuen Technik, die Schule machen dürfte. Ralf Becker rechnet damit, dass künftig immer mehr Behörden und Unternehmen QR-Codes zur Bezahlung auf Rechnungen drucken werden.

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