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Pressebericht vom 16. Juli 2014 (Quelle: Märkische Onlinezeitung)

Falschparker bekommen Rechnung gleich ans Auto

Von Roland Becker

Hennigsdorf. Seit dieser Woche sind die an Falschparker in Hennigsdorf verteilten Knöllchen kleiner, aber effektiver. Statt des bisherigen Anschreibens, auf dem nur das Datum und die begangene Ordnungswidrigkeit vermerkt waren, steckt ab sofort hinterm Scheibenwischer ein Papier, das einem Kassenbon ähnelt. Und das steckt voller Informationen.

Parkgebühren der unschönen Art: Die neuen Knöllchen sorgen dafür, dass der Falschparker sofort bezahlen kann.

 
Der Delinquent erfährt postwendend, welchen Fehler er begangen hat, was dieser kostet, unter welchem Aktenzeichen sein Fehltritt im Rathaus vermerkt ist und auf welches Konto er die finanziellen Folgen des Knöllchens zu überweisen hat. Außerdem erhält in diesem ersten Schritt nicht der Fahrzeughalter sondern der, der das Auto an diesem Tag fährt, die Nachricht. Das ist vor allem für jene von Vorteil, die einen Ausflug gemacht haben, von dem die Ehefrau respektive der Ehemann möglichst nichts erfahren soll. Nimmt der Verwarnte das Knöllchen allerdings nicht ernst, indem er das Geld nicht binnen einer Woche überweist, dann flattert Post vom Ordnungsamt ins Haus.

Im Rathaus geht man davon aus, dass das effektivere Abarbeiten der Knöllchen jährlich Kosten von 10 000 Euro spart. Damit dürfte sich die Investition in die neuen i-Phones, die für 3 000 Euro angeschafft wurden, schnell amortisieren. Darüber hinaus erhoffen sich die städtischen Ordnungshüter, dass die Quote der bezahlten Knöllchen steigt. "Bislang konnten 20 Prozent der Briefe nicht zugestellt werden, weil kein Name am Briefkasten stand oder der Adressat verzogen war", weiß Stadtsprecherin Ilona Möser.

Pro Jahr werden in Hennigsdorf etwa 14 000 Parksünder erwischt. Dieser Trend bestätigt sich auch 2014. Bis Mitte Juli wurden 7 300 Knöllchen hinter die Windschutzscheiben gesteckt. Was die Falschparker der Stadt an Einnahmen bescheren, darüber wird keine eigene Statistik geführt. Insgesamt nimmt die Stadt durch Verwarn- und Ordnungsgelder im Jahr rund 850 000 Euro ein.

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